Die Döllnitzbahn darf nicht sterben

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Die für den 16.02.2011 geplante Zusammenkunft des Zweckverbandes
Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) nimmt der Verein zur Förderung Sächsischer
Schmalspurbahnen e.V. (VSSB) zum Anlass, an alle Mitglieder der Gremien,
insbesondere jedoch die Repräsentanten aus der Stadt Leipzig zu
appellieren, die Schmalspurbahn zwischen Oschatz und Glossen weiter im
Rahmen des ÖPNV-Budgets zu finanzieren.
Der VSSB lehnt die drohende Abbestellung des Personennahverkehrs ohne wenn
und aber ab. Sachsen besteht nicht nur aus den großen Städten, sondern auch
aus kleineren Städten und dem ländlichen Raum – hier ist ein fairer
Interessenausgleich gefordert. Für die Döllnitzbahn muss das heißen, dass
sie die 1 Millionen Euro auch tatsächlich bekommt, die der Freistaat dem
ZVNL auszahlt. Wenn jetzt mit dem Stimmengewicht der Stadt Leipzig im
alleinigen Eigeninteresse entschieden werden sollte, dann gehört
gleichermaßen die Forderung auf den Tisch, die Struktur der Verteilung der
öffentlichen Mittel grundsätzlich zu hinterfragen.
Dass eine dauerhafte Lösung für die Schmalspurbahnen gefunden werden muss,
die im Landtag 2006 über alle Fraktionen hinweg im Sinne eines besonderen
Kulturgutes als besonders schutz- und förderungswürdig bezeichnet wurden,
wird angesichts der aktuellen Debatte umso dringlicher. Die Menschen im
Land – den VSSB eingeschlossen – warten noch immer auf die Konzepte, um den
so schön formulierten Zielen auch Taten folgen zu lassen. Andere Regionen,
wie der Harz oder Rügen, von der Schweiz ganz zu schweigen, zeigen, wie es
gemacht werden muss.
Wesentlich für den Personennahverkehr sind eine planbare Finanzierung der
Schmalspurbahnen und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Der VSSB
bekräftigt in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer direkten
Finanzierung der Schmalspurbahnen durch den Freistaat, ohne Zwischenebenen
wie die Zweckverbünde. Dann zeigt sich auch für Parlament und Steuerzahler,
wo das Geld letztlich hinfließt und wie viel davon vor Ort wirklich
ankommt.
Durch die drohenden Entscheidungen im ZVNL gegen die Döllnitzbahn wird das
Thema umso prekärer. Der VSSB weist die Staatsregierung daher mit aller
Dringlichkeit darauf hin, diese fatale Entwicklung nicht zuzulassen und zu
handeln, um die in der Kooperationsvereinbarung getroffenen Ziele für einen
leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr und Schienennahverkehr in
der Konsequenz auch umzusetzen.
Für den 15. April 2011 kündigte der VSSB die offizielle
Jahresauftaktveranstaltung „Andampfen“ bei der Döllnitzbahn an, die in
diesem Jahr Gastgeber sein darf, weil sie im letzten Jahr den
„Claus-Köpcke-Preis“ erhalten hat (Pressemeldung Verein zur Förderung
Sächsischer Schmalspurbahnen e.V., 11.02.11).

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